Anfang 2017 erhielt meine Tochter die Diagnose Zöliakie und der „Kampf“ mit der Ernährungsumstellung begann. Auch ich habe einen richtigen Kampf hinter mir, denn ohne glutenhaltige Mehle klappte kein Kuchen, kein Brot und keine Brötchen mehr. Wir griffen daher anfangs immer öfter zu Fertigpackungen bzw. abgepackten Lebensmitteln, jedoch immer mit dem Zwiespalt -> gesund essen oder überhaupt etwas Essen! Wir waren oftmals am Verzweifeln und meinem Mann (der keine Vorerkrankung hat aber die glutenfreien Produkte oftmals mitgegessen hatte) ging es komischerweise immer schlechter.
 
Wir fanden heraus, dass er auf Mais reagiert (wie so viele wie ich inzwischen erfahren habe). Und da Maismehl gerade in glutenfreien Backwaren sehr gerne eingesetzt wird (sehr günstig, gut bindend und überall verfügbar) ging somit die Suche wieder von vorne los. An diesem Zeitpunkt beschloss ich, keine glutenfreien, industriell hergestellten Fertigprodukte mehr zu kaufen und noch viel stärker auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Ich fing an, nur noch glutenfreie Bio/Demeter Mehle, Stärken und hochwertige Vollkornmehle zu kaufen und mischte meine Backmischungen selbst an. Die richtigen Mehle und Mischungsverhältnisse zu finden, nahm lange Zeit in Anspruch. Immer nach dem Prinzip trial and error. Und es gab echt viele errors. Irgendwann kam dann auch noch der Sauerteig dazu und so nahm alles seinen Lauf. Inzwischen habe ich ein sehr leckeres Sauerteigbrot, eine Vollkornrolle mit Nüssen und zwei Wurzelbrote entwickelt.
 
Das Backen und der Verkauf von Broten unterliegt in Deutschland dem Meisterzwang da es ein Handwerksberuf ist. Nach über einem halben Jahr intensivster Vorbereitung, viel lesen und noch mehr ausprobieren, kam dann der Tag der Tage. Ein Bäcker Sommelier nahm meine theoretische und praktische Prüfung ab. Ich habe direkt bestanden, was mich unheimlich gefreut hatte. Nun erhielt ich meine offizielle Ausnahmegenehmigung zur Eintragung in die Handwerksrolle nach Paragraph 8 der Handwerksordnung.
 
Anfang November 2019 fand ich dann meine Backstube in Ellersdorf, die sogar noch einen riesigen Holzbackofen mit dabei hatte. Mittlerweile habe ich es geschafft, leckere Brote und sogar Baguettes darin zu backen. Jetzt war nur noch die Frage, was ich in der Aufbauphase von meiner glutenfreien Bäckerei mache, wenn nur 10 – 15 Brote bestellt sind? Ich kaufte mir also einen sehr feinen Backofen (ein weiterer ist bereits in Planung) und backe darin.
 
Durch die Umstellung auf einen anderen Backofen musste ich alle Brotmischungen nochmals anpassen. Das hat allerdings dazu geführt, dass ich meine Wurzelbrotbackmischung nun auch einzeln anbieten kann. Mit dieser kann mein Wurzelbrot nun auch weiter entfernte Kunden erreichen, die sich dann mit ein paar weiteren Zutaten ganz einfach ihr eigenes, frisches und nahrhaftes Silke Görg GLUTENFREI Wurzelbrot zu Hause backen können. Außerdem können auch selbst noch Anpassungen vorgenommen werden. Wer z.B. keine Laktose verträgt nimmt einfach andere Milch und Joghurt. Auch die hinzuzugebenden Körner können nach eigenen Wünschen angepasst werden. Geliefert wird im Endeffekt eine Grund-Brotbackmischung und eine genaue Erklärung was noch hinzugefügt werden muss und wie es dann gebacken wird, damit es absolut sicher gelingt und richtig gut schmeckt.
 
Neben wertvollen Inhaltsstoffen und dem strikten Weglassen von unnötigen Füll- und Zusatzstoffen sind mir auch unsere Ressourcen sehr wichtig. Daher backe ich derzeit am Dienstag und Donnerstag grundsätzlich nur auf Vorbestellung. Ich möchte nicht mehr Mehle, Sauerteig, Energie und Wasser verbrauchen als tatsächlich benötigt wird.
 
Für Fragen stehe ich Ihnen jeder Zeit sehr gerne zur Verfügung und freue mich riesig auf Ihr Feedback.
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